Lernpaten

Schüler suchen Lernpaten

Freiwilligenzentrum „mach mit“ und Mittelschule werben um ehrenamtliche Nachhilfelehrer

Im Mai beginnt an der Mittelschule die Prüfungszeit. Das bedeutet für die Schüler Stress. Wer den Lernstoff noch nicht völlig beherrscht, hat womöglich Angst, zu versagen. Nachhilfeunterricht ist zwar eine gute, aber auch kostspielige Lösung. Bereits Anfang des Schuljahres hat die Mittelschule Plattling daher das Projekt „Lernpaten“ ins Rollen gebracht. Die Idee: Ehrenamtliche sollen die Abschlussschüler der M10 und der Regelklasse 9 beim Lernen unterstützen und fit für ihre Prüfungen machen. In Kooperation mit dem Deggendorfer Freiwilligenzentrum „mach mit“ sucht die Mittelschule nun mit Nachdruck nach Lernpaten.

Dabei verlässt sich die Schule nicht nur auf das bestehende Netzwerk des Freiwilligenzentrums. Flyer sollen potenzielle Helfer auf das Projekt aufmerksam machen. Gedruckt sind sie schon. Ende der Woche sollen sie dann in Geschäften, Schulen, Arztpraxen und städtischen Einrichtungen in Deggendorf und Plattling ausgelegt werden. „Wir erwarten uns dadurch mehr Zulauf“, sagt Lehrerin Stefanie Heisl, die mit Jugendsozialarbeiterin Lisa Tanzer das Projekt initiierte.

Viele Lernpaten hätten sich nach dem ersten öffentlichen Aufruf im September nämlich nicht gemeldet, sodass keine Nachhilfestunden zustande kamen. Das Konzept ist dabei denkbar einfach, wie Heisl und Tanzer erklären: Einmal in der Woche treffen sich Schüler und Lernpate nach Schulschluss im Schulgebäude und nehmen den durchgenommenen Stoff durch. Die Lernstunde gestaltet der Pate nach Absprache mit dem jeweiligen Lehrer. Unterrichtsmaterial stellt die Schule zur Verfügung. So lautet zumindest der Grundgedanke. Laut Lisa Tanzer können sich die Nachhilfestunden darüber hinaus auch „verselbstständigen“. Die Schüler können sich mit ihren Paten demnach auch zusätzliche Stunden ausmachen, gerne auch zu Nebenfächern. „Die Schule ist nur der Vermittler“, fügt Stefanie Heisl hinzu.

Pädagogische Fachkenntnisse brauchen die ehrenamtlichen Nachhilfelehrer nicht. Die Mittelschule heißt alle Erwachsenen willkommen, die Freude am Lernen mit Jugendlichen haben. Laut Heisl eignen sich vor allem Rentner oder Pensionisten für das Ehrenamt. Diese würden nicht nur viel Lebenserfahrung mitbringen und Autorität ausstrahlen. „Sie kennen vielleicht auch jemanden, der Auszubildende braucht und können Networking betreiben“, sagt Heisl. Einige Schüler hätten deswegen schon ihr Interesse an den Lernstunden bekundet.

Darunter sind auch viele M9-Schüler. Sie machen zwar erst im nächsten Schuljahr ihren Abschluss, schon jetzt wollen sie aber freiwillig die zusätzlichen Lernstunden nach der Schule annehmen. „Ich find’s gut, denn es kostet viel, wenn man Nachhilfeunterricht in Anspruch nimmt“, erklärt Jessica Geiger. Nicht alle Eltern können sich das leisten. Tilo Walter schätzt, dass Schüler im Einzelunterricht bzw. in einer kleinen Gruppe sich eher trauen, bei Unklarheiten nachzufragen als in ihren regulären Klassen. Alexandra Rosental sieht noch einen Vorteil bei der zusätzlichen Lernstunde an der Schule: Kleine Geschwister können dann nicht mehr nerven.

Lisa Tanzer betont nochmals: „Kein Schüler wird gezwungen, an Lernstunden mit einem Paten teilzunehmen.“ Nur motivierte Schüler sollten sich anmelden. „Die Lernpaten sollen schließlich wertgeschätzt werden.“ Fehlt nur noch eins: motivierte Lernpaten. Hoffnungen macht Tobias Hahnenwald vom Freiwilligenzentrum „mach mit“: Ein Interessent habe sich schon gemeldet...

Wer ebenfalls Lernpate werden möchte, kann sich unverbindlich unter  0991/3100-320 oder 09931/3363 informieren.

Bericht von Katarina Cavar / PNP
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