Gefahr Suchtmittel 2018

Konsum von Suchtmitteln unter Jugendlichen
„…weil wir Erwachsene Probleme gar nicht sehen“


Anlässlich des Projektes „Süchte“ an der Mittelschule Plattling luden die Organisatorinnen Lisa Tanzer und Stefanie Heisl Eltern und Schüler zum Informationsabend „Suchtprävention“ ein. Frau Waltraud Kraus, Sozialpädagogin beim Gesundheitlichen Sozialdienst des Landratsamtes Deggendorf und Mitarbeiterin im Suchtarbeitskreis, führte als Referentin durch die Veranstaltung. Frau Kraus arbeitet mit Suchtbetroffenen und referierte so auch aus ihrer Erfahrung heraus. Sie sprach über neue Suchtgefahren, über Gründe für den Konsum unter Jugendlichen und zeigte Wege auf, wie Eltern sich verhalten können. Im Anschluss stand Frau Kraus für individuelle Fragestellungen zur Verfügung.

Eine entscheidende Rolle spiele der Druck, dem Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind, so Kraus. Zukunftsangst war noch nie so aktuell wie heute. Man hat Angst zu versagen, keine Arbeit zu bekommen, nicht so fähig zu sein wie andere. „Glück kann man nicht kaufen, Liebe auch nicht, Alkohol schon“, so veranschaulichte Frau Kraus die Verbindung zwischen Resignation und Sucht.

Alkohol sei auch deshalb so gefährlich, weil er als Volksdroge gilt; er ist beliebt und der Genuss weit verbreitet. Der Konsum von Jugendlichen ging zwar seit den 70iger Jahren zurück, aber die, die trinken, so Kraus, betreiben dies massiv. Auch illegale Drogen, wie Cannabis und Crystal sind wieder hoch aktuell. „Jede Droge“, betont Kraus, „hat natürlich ihre Vorteile sonst würde sie nicht konsumiert.“ Entspannung, übermäßige Euphorie und Leistungsbereitschaft sind positive Wirkungen. Gerade Crystal ist zudem finanziell erschwinglich. An Risiken, wie Psychosen, Verfolgungswahn oder/und körperlichen Verfall denkt vorerst niemand. Besonders warnte die Referentin vor Kräutermischungen. Man wüsste gar nicht wirklich was drin ist und jeder kann sie über das Internet bestellen. Die sogenannten „Legal Highs“ sind oft getarnt als Pflanzendünger und Badesalz. Auswirkungen reichen bis zum Herzstillstand. Zwischen Konsumenten gibt es auch Unterschiede. „Vor allem aber wenn Kinder und Jugendliche Suchtmittel als „Seelentröster“ benutzen, sollte man tätig werden. Dann ist eine Abhängigkeit wahrscheinlicher“, so Kraus.

Vermuten Eltern, dass das eigene Kind betroffen ist, sollten sie unbedingt das Gespräch suchen. Wichtig dabei sei, so Kraus, eine ruhige Atmosphäre. Man sollte versuchen die eigenen Gedanken und Sorgen mitzuteilen und Hilfe anzubieten. Natürlich müssen konsequente Vereinbarungen getroffen werden. Generell Gilt: Nicht nur verbieten, sondern auch bieten! Manchmal muss man auch einmal mehr Zeit und Geld in die Hand nehmen, um den Kindern auch auf andere Weise Erlebnisse zu ermöglichen.



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