Aktion "Hallo Auto" 2018

Eine Formel, die Leben retten kann

Bei der Aktion „Hallo Auto“ lernen Mittelschüler, wie sie bremsende Autos einzuschätzen haben


Alle Fahrzeuge haben einen Anhalteweg, der sich aus dem Reaktionsweg und dem eigentlichen Bremsweg zusammensetzt. Dass man nicht abrupt anhalten kann, egal, ob mit dem Auto oder zu Fuß, erfuhren kürzlich die Fünftklässler der Mittelschule Plattling. Seit mehr als zehn Jahren gibt es an der Schule die Aktion „Hallo Auto“, veranstaltet vom ADAC Südbayern. Dessen Verkehrserzieherin Ingrid Meindl war zu Besuch bei den Schülern, denen sie zeigte, wie wichtig es ist, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten.


„Wann kommt ein Auto mit 50 km/h nach einer Vollbremsung zum Stehen?“ Um auch eine Vollbremsung bei Regen demonstrieren zu können, waren einige Mitglieder der Jugendfeuerwehren Plattling, Pankofen und Pielweichs vor Ort, um die Fahrbahn zwischen EDV-Schule und Freibad nass zu spritzen. Nach einer kurzen Einführung in das Programm sollten sich die Kinder in einer Reihe aufstellen, gleichzeitig schnell los laufen und nach rund 15 Metern an einer gekennzeichneten Linie prompt „bremsen“ und stehen bleiben. Die Mädchen und Buben sahen, dass dies gar nicht so einfach ist, wie es aussieht–alle überschritten sie die Linie.


Um den Bremsweg eines Fahrzeuges einzuschätzen, stellten die Schüler mit ihren Namen gekennzeichnete Pylonen an den Fahrbahnrand. Der anschließende Versuch zeigte ihnen, ob sie richtig lagen. Ingrid Meindl näherte sich in einem Demonstrationsfahrzeug mit Tempo 50 und legte eine Vollbremsung hin. Die Kinder hatten sich bei ihrer Einschätzung, wo das Auto zum Stehen kommt, gewaltig geirrt. Hätten sie als Fußgänger die Straße in dem Glauben überquert, das Fahrzeug könne noch bremsen, wäre eine Kollision unvermeidbar gewesen.


Das Ziel der Aktion „Hallo Auto“ ist es, dass sich die Kinder Schritt für Schritt die lebensrettende Formel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ einprägen. Damit sich das Risikobewusstsein vertieft, führen die ADAC-Pädagogen die Demonstrationen auf trockener und nasser Fahrbahn durch. Am Ende durften die Kinder selbst auf dem Beifahrersitz mit einem Zweitpedal das Auto zum Stehen bringen, wobei sie erkannten, wie wichtig es ist, angeschnallt zu sein.

Seit 1989 hat der ADAC Südbayern mit dem unkonventionellen Verkehrsunterricht fast 300 000 Kinder fit für die Gefahren im Straßenverkehr gemacht. Das Projekt gibt es für die Schulen zum Nulltarif, da es sich aus einer Allianz von Verbänden, Ministerien und der Industrie finanziert. Förderpartner sind zudem das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das Bayerische Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr sowie die kommunale Unfallversicherung Bayern.

Ein Dank ging an die Jugendfeuerwehrler Johanna Stoiber, Thomas Bachmaier, Lukas Wenger, Lukas Semmelbauer, Nico Polak und Julian Wimmer für die Unterstützung.

Bericht und Bilder: Lisa Meier

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